Wissenschaftstheoretische Betrachtung der Astrologie

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Wissenschaftstheoretische Betrachtung der Astrologie

Select ArtNr.: 091-34
von Schendel, Volker (Artikel) (Info)
Vor etwas mehr als 2000 Jahren wurde die Astrologie »Königin der Wissenschaften« genannt. Heute wird gegen die Astrologie von außen immer wieder der Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit erhoben.
KÖNIGIN ODER SCHMUDDELKIND?
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Vor etwas mehr als 2000 Jahren wurde die Astrologie »Königin der Wissenschaften« genannt. Heute wird gegen die Astrologie von außen immer wieder der Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit erhoben. Astrologisches Denken sei Spekulation, Einbildung, mystisch, im Grunde Humbug, ein überholter, unhaltbarer Aberglaube. In den universitären Fächern von heute gilt die Verwendung von Statistik allgemein als Kriterium von Wissenschaftlichkeit. Die Empirie, Datengewinnung wird regelrecht darauf zugeschnitten, wie sie sich am besten statistisch verrechnen lasse. Das heißt, eine Fragestellung, Forschungsidee, Theorie unterwirft sich den Maßstäben und impliziten Grundannahmen des statistischen Weltmodells und somit dem Diktat einer Rechentechnik.
Wohl der bekannteste Forscher zu astrologisch-statistischen Zusammenhängen, Gauquelin ließ von vorneherein nur statistisch prüfbare Hypothesen zu. Dafür musste er jedoch die Bedeutungsfülle der astrologischen Symbole erheblich reduzieren, sie zu einfachen Merkmalslisten einengen. Mit ihrem Ja/ Nein - bzw. Plus/ Minus - Charakter können solche Listen dem astrologischen Symbolgehalt nicht mehr gerecht werden, gehen an Wesentlichem vorbei. Die Ganzheitlichkeit, Vielschichtigkeit schon eines einzelnen astrologischen Faktors geht verloren, der inhaltliche Bezug zum ganzen Horoskop (von dem ein Planet in seiner Position und Funktion ja integraler Bestandteil ist), bzw. zu Dingen wie Schicksal oder Sinn sowieso. Übrig bleibt eine Primitivastrologie, welche über das Niveau der Boulevardpresse, d.h. einen Unterhaltungs- und Belustigungswert, nicht hinausgeht.
Statistik ist unpersönlich, entindividualisierend, entmenschlichend. In ihr wird das Einzigartige, Individuelle, das Wertvollste, Höchste des Menschseins, nivelliert - und zwar schon im einfachen Balkendiagramm. Suggeriert wird Wissenschaftlichkeit, Objektivität, »Wahrheit«, doch handelt es sich eigentlich um Zahlenspiegelei, um eine Gaukelei, denn bewiesen wird dadurch nichts. Über Zusammenhänge von Ursache und Wirkung wird keine Aussage getroffen.
Wie können dann Astrologen - die täglich mit solchen Urqualitäten, Urprinzipien umgehen - geistige Inhalte mit physikalischen Methoden, d.h. mit den Maßstäben ihrer Gegner messen wollen
Rubrik KÖNIGIN ODER SCHMUDDELKIND?
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Umfang in Seiten 6
Erschienen im Jahrgang 2009
Heft Nr. Nr. 1
Beginnseite im Heft 34